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Presseartikel

Olympia 2018: Riesch will jetzt vermitteln

München - Im Streit zwischen den Münchner Olympia-Bewerbern und den Garmischer Bauern hat Maria Riesch angeboten, als Vermittlerin aufzutreten.

Die Bauern in Garmisch-Partenkirchen wollen ihre Grundstücke weiterhin nicht hergeben, die Kritiker an der Olympia-Bewerbung 2018 werden immer mehr, und auch die internen Widerstände gegen Bewerbungsboss Willy Bogner werden größer. Nach Katarina Witt kritisierte nun auch Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch den 68-Jährigen – gleichzeitig bot sie aber auch an, im Streit zwischen den Münchner Bewerbern und den Garmischer Bauern zu vermitteln. In Bogners Kommunikation mit den Garmischer Olympia-Kritikern sei „einiges unrund gelaufen“, sagte Riesch jetzt der Süddeutschen Zeitung. „Das Motto der Spiele sind die ‚freundlichen Spiele‘. Also muss man mit den Menschen, die damit zu tun haben, freundlich umgehen.“ Auch die Kuratoriumsvorsitzende der Bewerbungsgesellschaft, Kati Witt, hatte Bogner mangelhafte Umgangsformen vorgeworfen.

Riesch bot nun an, Bogners Fehler auszubügeln und Bauern, die ihre Grundstücke für die Spiele nicht freigeben wollen, zu besänftigen. „Falls dies von beiden Parteien gewünscht wird, stehe ich für solche Gespräche gerne zur Verfügung“, sagte die Ski-Rennläuferin. Sie sei „jederzeit für eine Ausweitung meiner Botschafterrolle bereit“. „Das ist mit uns abgestimmt gewesen. Ob wir darauf zurückgreifen werden, muss sich ergeben. Viele konkrete Fragen der Grundstücksbesitzer müssen aber die Planer und Organisatoren beantworten“, sagte der Kommunikations-Direktor der Bewerbung, Jochen Färber. Bogner selbst konnte sich nicht äußern, weil er auf dem Rückweg von Jugend-Olympia aus Singapur im Flugzeug saß.

Bogner hatte von Riesch und ihrem Partenkirchener Klubkollegen Felix Neureuther zuletzt mehr Engagement für „München 2018“ gefordert – was nicht besonders gut ankam. Riesch gibt sich auch in dieser Angelegenheit diplomatisch. „Ich glaube nicht, dass Bogner uns beide direkt, sondern stellvertretend für alle Garmischer angesprochen hat, die hinter dieser Idee der Spiele stehen. Anders kann ich mir es gar nicht vorstellen“, sagte die 25-Jährige dazu. Riesch betonte, mit der Bewerbung „sehr emotional verbunden“ zu sein: „Spiele in meiner Region wären ein Traum.“

Quelle: TZ

Artikel vom 17.08.2010

 

Olympische Vermittlung

Olympische Vermittlung

Die Garmischer Bauern geben ihre Grundstücke partout nicht für Olympia her. Nun will eine Spitzenathletin die Landwirte mit weiblichem Charme für das Sport-Spektakel gewinnen.

Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch hat angeboten, im festgefahrenen Grundstücksstreit zwischen Garmischer Bauern einerseits, der Gemeinde und der Bewerbungsgesellschaft andererseits zu vermitteln, um die Kandidatur für die Winterspiele 2018 zu retten. "Falls dies von beiden Parteien gewünscht wird, stehe ich für solche Gespräche gerne zur Verfügung", sagt Maria Riesch zur Süddeutschen Zeitung. Die Skirennfahrerin vom SC Partenkirchen gilt als eine der prominentesten Unterstützerinnen der Bewerbung von München und Garmisch für die Olympischen Winterspiele 2018.

Bewerbungschef Willy Bogner hatte sie vergangene Woche kritisiert und von ihr und ihrem Vereinskollegen und Skirennfahrer Felix Neureuther mehr Einsatz für die Spiele gefordert. Diese Kritik relativiert Riesch jetzt: "Ich glaube nicht, dass Bogner uns beide direkt, sondern stellvertretend für alle Garmischer angesprochen hat, die hinter dieser Idee der Spiele stehen. Anders kann ich mir es gar nicht vorstellen, da niemand bisher persönlich an mich herangetreten ist." Wenn dies aber jemand täte, "wäre ich jederzeit für eine Ausweitung meiner Botschafterrolle bereit", so Riesch. Allerdings könnte das zeitlich schwierig werden, da sich die Spitzensportlerin derzeit schon auf die neue Saison vorbereitet, im Moment etwa in Neuseeland.

In der Vergangenheit sei bei der Kommunikation mit den Garmischern "einiges vielleicht noch unrund" gelaufen, glaubt die Olympiasiegerin von Vancouver. "Das Motto der Spiele 2018 sind die ,freundlichen Spiele'. Also muss man auch mit den Menschen, die damit zu tun haben, freundlich umgehen", fordert Maria Riesch. Man müsse nur ehrlich mit den Leuten reden und die positiven Auswirkungen einer solchen Veranstaltung richtig darstellen.

Die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt, die "München 2018" als Kuratoriumsvorsitzende unterstützt, kritisiert die Art und Weise, mit der insbesondere Willy Bogner mit den Garmischern verhandelt hatte. "Ich denke, wenn die Emotionen hochkochen, bringt man auch manchmal die verkehrten Argumente, und es tut ihm sicherlich schon leid. Außerdem macht immer der Ton die Musik", sagte Witt der Welt am Sonntag. Die "internationale Botschafterin" der Olympia-Initiative monierte zudem, dass Bogner von den Bewerbungs-Gesellschaftern vor einigen Wochen in einem persönlichen Brief ultimativ mehr Geld gefordert hatte - und diese Forderung öffentlich wurde. "Wenn sich viele Menschen mit Leidenschaft für etwas engagieren, dann kracht es auch mal gewaltig im Gebälk. Man sollte vielleicht nur nicht den Rest der Welt dazu einladen", sagte Witt.  

Wie Riesch schlägt aber auch Katarina Witt versöhnliche Töne an: "Keiner lebt in seiner eigenen kleinen Welt, sondern wir alle in einer gemeinsamen großen. Deshalb sollten wir uns einigen." Ähnlich sieht es Riesch: "Ich denke, ich kann beide Seiten gut verstehen und hoffe sehr auf eine einvernehmliche Lösung."

Ungeachtet der Grundstücksquerelen werde die Münchner Bewerbung international positiv bewertet, meinte Witt. Außerhalb Deutschlands gebe es durch den Streit um die Garmischer Grundstücke keinen Ansehensverlust für das ehrgeizige Projekt. "Das Entscheidende ist, dass die Konzeption der gelungenen Planung von Sportstätten, Infrastruktur und Umwelt als hervorragend bewertet wird. Jetzt müssen wir schauen, dass wir in den kommenden Monaten unserer Bevölkerung die Ideen der Bewerbung näherbringen", sagte Witt, die zurzeit in Singapur bei den 1.Olympischen Jugendspielen für "München 2018" wirbt.

Maria Riesch spürt auch unter den Athleten eine Präferenz für die Garmischer Bewerbung. Bei der letzten Ski-WM in Val d'Isère seien die Sportler von Organisation und Strecken nicht sonderlich begeistert gewesen. "Das letzte Weltcup-Finale fand in Garmisch-Partenkirchen statt, und die Resonanz der Läuferinnen und Läufer war da sehr positiv. Die WM 2011 ist sicher eine super Generalprobe für Olympia 2018", so Riesch zur SZ. Für sie selbst wären Winterspiele in Oberbayern das Höchste: "Ich bin der Bewerbung sehr emotional verbunden. Spiele in meiner Region wären ein Traum."

Quelle: Süddeutsche

Artikel vom 16.08.2010

 

Maria Riesch